10  Pseudogene

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"Pseudogene" (Pseudo = Lüge) sind wie Gene aufgebaut, sehen beschädigt aus und werden meistens nicht benutzt. Deswegen hat man in ihnen zufällige evolutionäre Überreste gesehen. Mit zunehmender Forschung hat sich jedoch gezeigt, dass einige Pseudogene wichtige regulatorische Funktionen bei der Genaktivität und der Embryonalentwicklung haben.



Die Entdeckung eines menschlichen Retro-Pseudogens (stillgelegtes Gen, das durch einen unvollständigen Kopiervorgang entstanden ist), war eine Überraschung (1). Es ist für ein Anti-Tumorgen (ein Gen gegen Krebs) codiert, das die Abwehrzellen des Immunsystems (T-Zellen) erkennen kann.

Anti-Tumorgene helfen dem Organismus, Tumorzellen zu zerstören. Sie zeigen einen unterschiedlichen Erfolg. Ein wichtiges Forschungsziel ist es, ihre Wirksamkeit zu erhöhen, um therapeutische Impfstoffe gegen Krebs zu erhalten.

Diese Erkenntnis folgte einer früheren Entdeckung von Protein-codierenden Genen, welche die sekundäre Fähigkeit haben, kurze Segmente von Antigenpeptiden zu produzieren.


Junk-DNA und Pseudogene in der Evolutionstheorie:

Heute ist die Existenz von Junk-DNA und Pseudogenen erfolgreich in die Evolutionstheorie "eingebaut" worden. Die voreilige Benennung "Junk“ und "Pseudo“ bleibt jedoch ungerechtfertigt.



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(1)  John Woodmorappe, The potential immunological function of pseudogenes and other "junk" DNA, Technical Journal 17/3, 2003, S. 102-108.



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U.-N. D.-Meister wrote:
zu These 10:
Wie erfolgreich sich neue oder geänderte Erkenntnisse in der Biologie, Genetik und Physik in die Evolutionslehre integriern lassen zeigt wie fundiert und robust diese ist, und bestätigt damit ihre Gültigkeit.