48  Magnetfeld der Erde

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Die meisten Planeten haben ein eigenes Magnetfeld, ebenso die Sonne. Je nach Entstehungshypothese erwartet man, dass diese Magnetfelder eine kürzere oder längere Lebensdauer haben. Bei Messungen des Erdmagnetfeldes hat man während der letzten ca. 170 Jahre eine ständige Abnahme festgestellt. Aufgrund dieser Messungen kann das Alter des Erdmagnetfeldes auf weniger als 10'000 Jahre geschätzt werden.



Die Erde besitzt einen inneren festen Kern aus Eisen, der von einem äusseren flüssigen Kern umgeben ist, der wiederum in einen festen Gesteinsmantel eingehüllt ist. Die Erdkugel rotiert, wobei der flüssige Teil des Kerns von der Corioliskraft zu einer schraubenförmigen Bewegung veranlasst wird. Man stellt sich vor, dass sich durch diese Bewegung ein Dynamo gebildet habe, der das anfänglich schwache Magnetfeld der Erde aufgebaut haben könnte (Dynamotheorie). Es ist jedoch nicht gelungen, dies mit einem mathematischen Modell befriedigend nachzuvollziehen. Vielmehr deuten die gemessenen Daten darauf hin, dass die Erde mit einem relativ starken Magnetfeld geschaffen wurde, das seither stetig abnimmt (1).

Seit 1835 wird das Erdmagnetfeld gemessen. Die Messungen zeigen, dass sich die Feldstärke zwischen 1835 und 1965 um 8% verringert hat. Aus den verschiedenen Messungen lässt sich ableiten, dass sich die Magnetfeldstärke womöglich alle 1'465 Jahre halbiert. Messungen am geophysikalischen Observatorium in München ergaben, dass das Erdmagnetfeld seit etwa 3'000 Jahren abnimmt. Wenn es kontinuierlich so weitergeht, wird es in 4'000 Jahren nicht mehr existieren (2).


Umpolung des Erdmagnetfeldes:

Bei der Entstehung geologischer Schichten werden alle magnetisierbaren Teilchen nach dem aktuell wirkenden Magnetfeld ausgerichtet und in dieser Ausrichtung fixiert. Nun hat sich herausgestellt, dass sich das Magnetfeld der Erde in der Vergangenheit vielmals umgepolt hat. Nach gängiger Lehrmeinung findet im Mittel alle 250’000 Jahre eine Umpolung statt. Auf diese Zahl kommt man, wenn man die Umpolungsereignisse, wie sie in den geologischen Schichten dokumentiert sind, mit radiometrischen Altersbestimmungen vergleicht. Allerdings konnte in Lavaergüssen bei Steens Mountain (Oregon/USA) eine Winkeländerung von etwa 6 Grad pro Tag nachgewiesen werden (3). Das bedeutet, dass sich das lokale Magnetfeld zum Zeitpunkt, als die Lavamasse ausströmte, in ca. 30 Tagen umgepolt haben dürfte (4).

Dass die jetzige Abnahme des Erdmagnetfeldes eine Umpolung einleitet ist eher unwahrscheinlich. Ein solches Szenario würde ziemlich sicher schneller geschehen. Es ist denkbar, dass während eines globalen Ereignisses wie der Sintflut sich das Magnetfeld mehrere Male umgepolt hat und dass es in seiner Stärke seit seiner Erschaffung stetig abnimmt.


Die gängige Dynamotheorie:

Mit der gängigen Dynamotheorie können viele wichtige Fragen nicht beantwortet werden (5), insbesondere auch nicht die Frage, wie die gigantische Menge an flüssigem Eisen im Inneren der Erde die magnetische Flussrichtung hätte ändern können. Wurde das Erdmagnetfeld tatsächlich durch die Rotation des Eisens aufgebaut? Das Einzige, was mit grosser Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, ist, dass sich die Position der Pole im Laufe der Erdgeschichte nur unwesentlich verändert hat (6).


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(1)  D. Russel Humphreys, The Earth´s Magnetic Field is still losing energy, CRSQ 39/1, März 2002, S. 3-13.

(2)  Geophysikalisches Observatorium in München, 3sat nano, 29. August 2002, http://www.3sat.de/nano/bstuecke/36057/index.html

(3)  R.S. Coe, M. Prévot und P. Camps, New Evidence for extraordinarily rapid change of the geomagnetic field during a reversal, Nature 374, 20. April 2002, S. 687-692.

(4)  R.S. Coe und M. Prévot, Evidence suggesting extremely rapid field variation during a geomagnetic reversal, Earth and Planetary, Science Letters 92/3-4, April 1989, S. 292-298.

(5)  M.R.E. Proctor und A.D. Gilbert, Lectures on Solar and Planetary Dynamos, Cambridge University Press, 1994.

(6)  Proceedings of the NATO Advanced Study Institute, "Theory of Solar and Planetary Dynamos", Isaac Newton Institute, Cambridge University, 20. Sept. bis 2. Okt. 1992.



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John Stroke wrote:
Die meisten Planeten haben ein eigenes Magnetfeld, ebenso die Sonne. -> [...] ebenso die Erde!